Igor Bleischwitz / SELECTED WORKS 2015-2017

PUBLISHED ON FEB 23, 2018

 

Die schon so oft totgesagte Malerei zeigt sich mit dieser Ausstellung der beiden Berliner – der Malerin Adriana Donner und dem Maler Igor Bleischwitz in einer sehr lebendigen Position.
Im Zeitalter der digitalen Revolution und ihrer Medientechnologien, die auch Einzug in die Bildende Kunst gefunden haben,  vor allem bei der jüngeren Genaration – weit verbreitet sind auch z.B. der Einsatz von Videos und am Konzept orientiertes  und installativ/ performatives Arbeiten – ist es umso erstaunlicher, daß sich 2 junge Künstler dem traditionellen Genre Malerei verpflichtet fühlen. Dank der neuen Medien kann der heutige Mensch in kürzester Zeit mit der ganzen Welt kommunizieren, was in vielerlei Hinsicht eine große Erleichterung und Fortschritt ist, andererseits beherrscht eine immer umfassendere Datafizierung unserer Welt.

Big Data steuert, kontrolliert unser individuelles und gesellschaftliches Leben, gibt Auskunft über unser Konsumverhalten, Leistungsverhalten, Gesundheit und unsere sozialen Beziehungen.

 

„ Big Data  stellt nur ein sehr rudimentäres Wissen zur Verfügung, nämlich Korrelationen, in denen nichts begriffen wird. Big Data ist ohne Begriff und ohne Geist.“(1)

„Die uferlos wachsende Daten und Informationsmasse lenkt von der Theorie, vom Denken ab."

„Die Theorie klärt die Welt, bevor sie sie erklärt.....Theorien und Zeremonien bzw. Rituale setzen die Welt in Form. Die heutige Informationsmasse wirkt dagegen deformativ, sie erhöht massiv die Entropie der Welt, ja den Lärmpegel. Das Denken bedarf einer Stille. Es ist eine Expedition in die Stille.“ (2)

„Heute ist die Wahrnehmung selbst unfähig zum Schluss, denn sie zappt sich durch das endlose digitale Netz. Sie zerstreut sich total. Nur ein kontemplatives Verweilen ist fähig zum Schluss. Augen schließen ist ein Sinnbild für den Schluss. Der rasche Wechsel von Bildern und Informationen macht das Augen-schließen, den kontemplativen Schluss unmöglich. Wenn alles Vernünftige ein Schluss ist, so ist das Zeitalter von Big Data eine Episode ohne Vernunft .“ (3)

Die Selbstbestimmtheit des Menschen, seiner Ethik und seiner Kultur ist in Gefahr. Es ist also notwendig sich mit kreativer Intelligenz zu positionieren. Kulturelle Innovationen waren schon seit Menschengedenken eine Stimmulanz für gesellschaftliche Veränderungen. Literatur, Musik und Kunst sind die stillen Vor-Denker, die Avantgarde. „In meinen Augen ist die Kunst ein unorthodoxer, relativ autonomer Raum, eine zu verteidigende, eine der letzten Bastionen der Freiheit, in der neue Welten imaginiert werden. „ (4)

 

„Die Kunst wird siegen“, dies steht als Widmung in seinem Katalog „Musenkuss“ oder am Ende seiner e-mails. Die großen frühen Ölbilder (3 x 2 m Formate) die der Maler am Ende seiner Studienzeit an der FHF, jetzt hKDM, 2012 gefertigt hat, besitzen nicht nur eine durchdringende tiefe Farbigkeit, sondern ein ganz eigenes inhaltliches Vokabular: mystisch, surreal aufgeladene „Landschaften – in denen Menschen agieren, unter einem unersättlich nachtblauen Sternenhimmel, um ein Feuer sitzende Figuren wie in einer schamanistischen Seance befindlich, Hunde tummeln sich, zuweilen Frauenkörper, träumerisch, erotisch, einer eindeutigen Interpretation sich verwehrend. Das Staunen bleibt auch beim 10-ten Mal hinsehen: Diese Bilder erklären nichts, sie suchen nichts, sind sich selbst  und agieren zum Betrachter hin. Diese Bilder bitten nicht, sie sind. In den letzten Jahren hat sich sein Werk weiterentwickelt .
„Der Zauber ist das Allergrößte, Größeres gibt es nur eines, die Wirklichkeit. Und nicht die Betörung ist das Problem, nicht das Schicksal, der Zufall, das Leben, die Liebe, die Wonne, die Nacht, das Rätsel, das Verhängnis, die Leidenschaft. Das Problem ist gerade das einfache und gewaltige Dasein, das Jenseits, das Licht, mit anderen Worten die Wirklichkeit. Das ist
das Schwere. Das ist das Einfache. Oh, es gibt nichts Einfacheres, und nichts ist schwerer als dieses Einfache.“ ( 6)

 

Bleischwitz wagt sich an eines der schweren Genres in der Malerei: das Porträt. Die Porträtmalerei hat seit der Renaissance eine lange Tradition und bleibt bis zum heutigen Tag eine nicht endenwollende Herausforderung. Ein gutes Porträt spiegelt ein ganzes Leben mit all seinen Facetten. Igor Bleischwitz hat für sich eine sehr spezifische Variante entwickelt. Er spricht auf der Straße wildfremde Personnen (meist Frauen) an, und frägt sie ob sie bereit wären ihm Porträit zu sitzen, er wäre Künstler – er male Bilder. Meistens hat er Glück und so entsteht a la Prima in traditioneller Manier im Atelier ein Porträit dieser Person. Ist die Sitzung beendet, wird das ganze Bild „übermalt“, bearbeitet, geschabt, gekratzt, wie auch immer und der Maler versucht sich analytisch dem jeweiligen Charakter des Abgebildeten mit einem bestimmten Farbkanon, anzunähern. Diese Bilder muten vordergründig wie eine abstrakte Farbfeldmalerei an, erst beim zweiten Blick sieht man rudimentäre Reste von Gesichtspartien. Hier wird Farbe zum Träger von Emotion und Kalkül aufgrund psychologischer Wahrnehmung.
Der vermeintliche „Anblick“ entgleitet uns auf immer wieder beunruhigende Weise; nichts steht mehr still, die physiologischen Reste bedrängen und irritieren uns. Trotz der vermeintlichen Ruhe pulsiert es hinter der Oberfläche. Diese Porträits haben fast schon etwas stigmatisches und etwas provozierend Agitierendes. Die Porträitierten, obwohl schon fast ganz in Farbe eingewickelt, sprechen mit Dir: „ Ich sehe Dich und Du siehst mich – Ich seh etwas in Dir, was Du nicht siehst und das ist … „. Man fühlt sich ertappt und hier ist genau der Moment, wo diese Gemälde zu leben beginnen. Nichts von konserviertem Gehabe, hinter jeder der porträitierten Person steht ein individuelles menschliches Schicksal, in dem sich Zufall, Verhängnis, Glück und Leid, Sehnsüchte und Wünsche verstecken. Die ganze Schwere der Wirklichkeit, die ganze Schwere des Einfachen.
In letzter Zeit hat sich Bleischwitz auch mit Landschaftsmalerei beschäftigt, auch hier versucht er Momente aus seiner Lebens-Realität festzuhalten und im Prozess des Malens und Übermalens diese Fragmente als Summe des Ganzen zu manifestieren; allgemein nennt er als Inspirationsquellen seines Tuns die Natur, Höhlenmalereien, antike Fresken und auch die Reste von plakatierten Wänden.
Hier geht es ums Sehen im Sinne von Erkennen. Aber auch um das Ausloten von Möglichkeiten und Qualitäten einer Malerei in der heutigen Zeit. Um den fragenden Versuch: was kann Farbe, was kann ein Bild, das ganze Drama der Malerei: Stofflichkeit, Raum, Ort, Ebene, Dinglichkeit, Transzendenz, Illusion. Es geht um die Zielgerichtetheit der Handlung der/des Malenden und um die Zweifel ob der Richtigkeit der Entscheidungen. Malerei als Akt der Selbstbefragung, der Selbstbefreiung und als Zeichen der Freude am Lebendigen dieser Welt. Und das bedeutet natürlich: ein dauerndes Abenteuer!

 

Dietrich Schön, Freiburg 2018

Zitate:
⦁    Byung-Chul Han - „Agonie des Eros“, Matthes und Seitz, Berlin 2012
⦁    Byung-Chul Han  - „Psychopolitik - Neoliberalismus und die neuen Machttechniken, S.Fischer Verlag
⦁    ebenda
⦁    Christine Macel in Kunstforum International Bd.247, s. 45
⦁    Max Beckmann, Über meine Malerei, Vortrag London,1938
⦁    Béla Hamvas, Die Melancholie der Spätwerke, Matthe und Seitz, Berlin, 2008

"MUSENKUSS" SERIES

PUBLISHED ON JUN 24, 2016

Cave paintings, antique frescoes, or the torn remnants of posters on the street inform the works of German artist Igor Bleischwitz. In his paintings he tries to capture moments lost as well as impressions of a place or person - many of his works reveal slivers of portraits. Igor graduated from the University of Arts and Applied Sciences in Freiburg, Germany in 2011, and since then he has had many solo and group shows. His works are included in many private collections in different countries around the world.

 

 

"SINGLES" SERIES

PUBLISHED ON JUN 12, 2015

Interview mit der Kunsthistorikerin Tinatin Ghughunishvili - Brück


Weiblich, attraktiv, gebildet sucht? Oder wie aus Kontaktanzeigen ein Kunstprojekt wird.

Mit seinem neuen Bilderzyklus „Singles“ trifft Igor Bleischwitz thematisch den Nerv der Zeit, auch wenn seine Bildsprache - in der Zeit der Multimedialität, in der die „klassische“ Malerei immer weniger als Ausdrucksmittel figuriert - in gewisser Hinsicht diese Aktualität auf der Bildoberfläche entschleunigt. Dass die Malerei für Igor Bleischwitz nie lediglich ein Ausdrucksmittel, sondern eine autonome Erscheinung ist, hat er bereits in seinen früheren Arbeiten deutlich vermittelt. Mit dem jungen Künstler, der in Kasachstan aufgewachsen ist, in Freiburg studiert hat und jetzt in Berlin arbeitet, führte ich ein Gespräch über Realität, Singlebörsen und neue Maltechnik.

Tinatin Ghughunishvili-Brück
Warum widmet ein zeitgenössischer Künstler eine ganze Serie ausschließlich dem Frauenporträt? Einem Thema, das in der Bildenden Kunst schon unzählige Male auf unterschiedlichste Art und Weise dargestellt und interpretiert wurde.

Igor Bleischwitz
Wie du weißt, reizen mich in erster Linie die Bildmotive, die meiner Malerei viel Spielraum bieten. Zumindest in dieser Phase meiner Arbeit ist es mir wichtig, mit dem Medium der Malerei zu experimentieren. Dafür scheinen mir Frauenporträts und Frauenfiguren -mit ihrer optischen und charakterlichen Vielschichtigkeit und Ambivalenz- optimale Bildmotive zu sein. Außerdem denke ich, dass es kaum Motive in der bildenden Kunst gibt, welche keinen Verweis auf unsere Künstlerahnen in sich tragen. Für mich ist es kein Grund mich nicht mit diesem Thema zu beschäftigen. Im Gegenteil.

Tinatin Ghughunishvili-Brück
Gab es eine Initialzündung für diesen Zyklus? Einen thematischen Impuls?

Igor Bleischwitz
Die Arbeit an diesem Thema habe ich angefangen, weil ich mich in letzter Zeit ständig gefragt habe, wie ich mich in der Malerei meinen Erlebnisse, Emotionen und letztendlich meiner Realität nähern könnte. Das Ziel ist noch ehrlicher, authentischer und ursprünglicher zu malen. Das bedeutet nicht, dass sich meine früheren Arbeiten nicht aufrichtig anfühlen. In diesen Arbeiten spielte die Phantasie und das Fiktive eine große Rolle. Nun will ich den Prozess umkehren und auf meinen Gemälden reale Frauen zeigen Es gibt Portraits mit lebenden Modellen und es gibt Portraits, die ich aus dem Gedächtnis male. Ich verwende keine Fotovorlagen. Die Erfahrung hat mir gezeigt, dass es viel lebendiger und intensiver ist, wenn man sich nicht auf eine Fotografie bezieht. Eine sehr wichtige Entdeckung, wie ich finde.

Tinatin Ghughunishvili-Brück
Wenn du Begriffe wie Realität und Fiktion benutzt, nehme ich an, dass dir die Relativität dieser Kategorien, insbesondere in der Kunst bewusst ist?

Igor Bleischwitz
Selbstverständlich. Mir ist nicht nur die Relativität dieser Begriffe klar, sondern wie persönlich diese definiert werden und wenn ich von einer Realität spreche, dann spreche ich von meiner ganz persönlichen Realität und ihrer Wahrnehmung.

Tinatin Ghughunishvili-Brück
Und in deiner Realität triffst du nur Singles? Wie kam dieser Titel zustande?

Igor Bleischwitz
Nein, nicht ganz. (lacht) Ich habe zuerst die Frauen aus meinem Bekanntenkreis porträtiert. Gleichzeit war ich die ganze Zeit auf der Suche nach einem Gesicht, das gewissermaßen das Gesicht des ganzen Zyklus werden sollte. Auf diese Weise habe ich angefangen Frauen anzusprechen, ob sie mir für ein Portrait Modell sitzen würden. Ich habe verschiedenste Reaktionen erlebt. Mal waren sie misstrauisch, mal fragten sie nach Geld, mal dachten sie es sei eine Masche, um sie kennenzulernen. Ein paar konnte ich dann doch für mein Projekt gewinnen. Parallel hat mich auch das Singledasein als Thema interessiert. Berlin ist ein perfektes Forschungsfeld dafür. Es gibt hier viele junge Menschen, die sich "bloß nicht binden" wollen und diese Ungebundenheit auch in vollen Zügen ausleben. Auf mich wirkt dies oft aber etwas traurig, diese Unbeständigkeit gepaart mit ständiger Suche. Irgendwann habe ich meine Suchaktivitäten auf Singlebörsen umgelenkt. Das war für mein „Projekt“- wie es sich herausstellen sollte- ein fruchtbarer Nährboden. Ich fand viele Porträtfotos mit Beschreibungen, man könnte fast sagen, mit Bedienungsanleitung zur Person. Ich habe aber auch sehr inspirierende Profile gefunden, daraus haben sich neue Kontakte zu realen Frauen ergeben, die ich dann für diese Serie porträtiert habe.

Tinatin Ghughunishvili-Brück
Inwiefern hat diese „Bedienungsanleitung zur Person“ deine Herangehensweise und letztendlich die Porträts selbst beeinflusst? Trotz der kritischen Auseinandersetzung mit dem Thema erkenne ich einen doch sehr wohlwollenden Blick auf die Modelle. Wie passt das zusammen?

Igor Bleischwitz
Die Bedienungsanleitungen haben mich irgendwie nicht wirklich überrascht. Viele Menschen haben eine sehr konkrete Vorstellung davon, wie die/der Partner/in sein sollte. Beinahe so als könnte man ihn oder sie auf Bestellung herstellen lassen. Klingt wie ein Szenario aus einem Science-Fiction-Roman, nicht wahr?! Die Frauen aber, die ich gemalt habe, passten weder von ihren Profilen, noch von ihren Anforderungen in das gängige Schema einer Singlebörse. Gerade deswegen habe ich sie mir ausgesucht, weil sie nicht alles preisgeben wollten, nicht alles schon im Vorfeld verbrauchen. Die Sitzungen für die Porträts haben in der Regel nicht länger als zwei Stunden gedauert. Aus der knappen Unterhaltung erfuhr ich nicht viel über die Person. Ich sah vor mir das Geheimnis, das „Nicht-Gesagte“, mehr wollte ich auch nicht wissen. Kann sein, dass es oberflächlich klingt, aber letztendlich beschäftige ich mich als Maler ja auch mit Oberfläche.

Tinatin Ghughunishvili-Brück
Apropos Oberfläche. Mit diesen Arbeiten bleibst du zum Teil deiner Bildsprache treu. Dennoch hat sich an die Oberflächenstruktur und an der Handhabung der Farbe einiges geändert. Die Leinwände wirken beinahe körperlich. Man sieht deutliche Spuren der abgetragenen Farbe, die Bilder strahlen dadurch etwas Fragiles aus. Was machst du anders? Welche Technik verwendest du konkret für diese Serie?

Igor Bleischwitz
Anfangs malte ich alle Porträts in realistischer Manier. Die Gesichter waren als ganzes zu sehen. Nach dem ich aber ca. zehn Porträts gemalt hatte, habe ich festgestellt, dass es nicht das Ziel war, das ich mit dieser Serie erreichen wollte. Ich hab nach einer Lösung gesucht und keine war da. Dann habe ich in einem Wutausbruch ein Bild komplett zugemalt und angefangen es mit dem Spachtel abzukratzen, um ein neues zu malen. Und das war es, was ich gesucht hatte, die neue Technik. Durch diese partielle Sichtbarkeit wurde der Ausdruck der Gesichter viel intensiver und zugleich undurchdringlicher. Ich war mit dem Ergebnis zufrieden.

Tinatin Ghughunishvili-Brück
Den Zufallsprinzip haben viele Künstler die Einzigartigkeit ihrer Stile zu verdanken. Hast du vor in dieser Technik weitere Arbeiten zu schaffen oder bleibt es bei dieser Serie?

Igor Bleischwitz
Ich habe schon immer gerne mit Spachtel gearbeitet. Das ist nicht das erste Mal und es wird bestimmt auch nicht das letzte Mal sein. Bei meinen ersten Arbeiten habe ich zum Beispiel die Farbe ausschließlich mit einem Spachtel aufgetragen. Oft werde ich gefragt, ob ich Gerhard Richter zitieren würde. Dabei hatte ich von Gerhard Richter nicht mal gehört, als ich damals in Kasachstan zu Spachtel und Farbe gegriffen habe. (lacht) Dennoch möchte ich mich sowohl technisch als auch thematisch nicht festlegen. Denn das würde Stillstand bedeuten. Ich aber möchte vorwärts gehen.

english

 

Attractive and intelligent woman, searching for…?

Or how lonely hearts advertisements become a project.

Art historian Tinatin Ghughunishvili-Brück interviews artist Igor Bleischwitz.

With his series “Singles”, Igor Bleischwitz hits a contemporary nerve, even though his imagery in a way slows down the topicality on the picture’s surface – in a multi-medial age where “classical” painting has somewhat lost its popularity. Painting for Igor Bleischwitz is not just a form of expression, but an autonomous appearance, which he has clearly shown in his early work. I got the chance to interview this young artist, who grew up in Kazakhstan, studied in Freiburg and is now based in Berlin, and discussed reality, dating sites and new painting techniques.

Tinatin Ghughunishvili-Brück
Why would a contemporary artist devote a complete series to the female portrait – a topic that has been handled time and time again in different ways throughout the history of fine art?

Igor Bleischwitz
As you know, I am drawn to motifs that give me the necessary freedom to paint. At least in this phase of my work I find it important to experiment with the medium of painting. Female portraits, the female form with its optical and characteristic diversity and ambivalence - these are what I deem fitting motifs. I also think that there are hardly any motifs in the fine arts that cannot be traced back to our artistic ancestors. For me, this is not a reason to not explore this theme. Quite the contrary.

Tinatin Ghughunishvili-Brück
Was there an initial spark that triggered this series? A thematic impulse?

Igor Bleischwitz
I started work on this topic as I was asking myself how to approach my experiences, emotions and in the end my reality through painting. The goal was to paint more honestly, authentically, originally. This does not mean that my earlier works do not feel genuine. Fantasy and fiction played a large role in them. Now I want to reverse the process and show real women in my paintings. There are portraits of live models, and there are portraits that I have painted from memory. I do not use reference photos. Experience has shown me that it is far more alive and intense when not using photographs. A valuable revelation, I find.

Tinatin Ghughunishvili-Brück
When using terms such as reality and fiction, I assume you are aware of the relativity of these categories, especially in an artistic context?

Igor Bleischwitz
Of course. I am not only aware of the relativity of these terms, but also of how differently they can be defined subjectively. When I speak of reality, I speak of my very own personal reality and perception. 

Tinatin Ghughunishvili-Brück
And in reality you only meet single people? How did the title come to be?

Igor Bleischwitz
No, not quite. (laughs) I started off by portraying women in my circle of friends. Simultaneously, I was on the hunt for a face that could become the face of the whole series, so to speak. Thus, I started asking women whether they would like to model for me. I got very mixed reactions. Sometimes they were suspicious, some asked for money, others though it was a trick to get to know them. I could still win some over for my project, though. Alongside this, I was also interested in the single lifestyle as a whole. Berlin is the perfect place to research this subject. There are many young people who do not want to “settle down” and live this detached life to its fullest. It seems quite sad to me, this unsettledness paired with a constant search. At some point I moved my search to dating sites. This turned out to be very fruitful for my “project”. I found countless portraits and descriptions, one could almost say they were like user manuals for a person. I did find very inspiring profiles, which resulted in contact to new women who I then portrayed for this series.

Tinatin Ghughunishvili-Brück
In what way did these “user manuals for a person” influence your approach and also your portraits? Despite the critical analysis of this topic, I still see a very benevolent view of the models. How does this go together?

Igor Bleischwitz
The user manuals did not really surprise me, to be honest. Many people have a concrete idea of what their partner should be like. Almost as if it were possible to find a person to order. Sounds like a scenario from a sci-fi novel, right?! But the women I painted did not fit into this online dating concept, neither their photos nor their demands. That was the reason why I chose them, they did not want to give everything away from the start. The sittings for the portraits usually took no longer than two hours. I gained little insight into the people’s lives from these short conversations. I saw this secret of the “unsaid” before me, I did not want to know anything else. It might sound superficial, but as a painter I am ultimately fascinated by the surface.

Tinatin Ghughunishvili-Brück
Speaking of surfaces: You are staying true to yourself with these works, though you have still changed a lot regarding the surface structure and application of paint. The canvas almost seems body-like. The clear traces of worn off paint give the paintings a fragile air. What do you do differently? Which technique did you use for this series?

Igor Bleischwitz
In the beginning, I used to paint portraits in a realistic manner. Faces could be seen as a whole. After I had painted about ten portraits, I realised that this was not what I was aiming for in this series. I was looking for a solution but none was there. In a fit of rage, I completely covered a picture and started scratching off the paint with a palette knife, to start painting a new one. And that was it, that was what I was looking for – the new technique. Through this partial visibility, the facial expressions became far more intense and impenetrable. I was happy with the result.

Tinatin Ghughunishvili-Brück
Many artists have to thank the element of chance for their unique styles. Do you plan on using this technique for further work or will it stay with this series?

Igor Bleischwitz
I have always enjoyed working with palette knives. This is not the first and certainly will not be the last time. In my early works for example, I worked almost exclusively with a palette knife. I am often asked whether I referenced Gerhard Richter. At the time, in Kazakhstan, when I was applying paint with a palette knife, I had never even heard of Gerhard Richter! (laughs) Nevertheless, I do not want to commit myself to one technique or theme. That would mean a standstill. But I want to move forward.